Das Meer
Mein Herz raste, ich fuehlte den Puls in meinem Kopf, in meinen Haenden, in meinem Bauch. Angst mischte sich mit Aufregung und ein leichter Schwindel erfasste mich. Ich sah das Licht, es konnte nicht weit sein, aber wer weiss das schon so genau? Das Meer presste das Wasser in die schmale Grotte und um meine Fuesse, zog es wieder hinaus und liess Strudel entstehen, die das Stehen auf den glatten Felsen zusaetzlich erschwerten. Das Rauschen der Wellen hallte von den Felswaenden zurueck, das Wasser war kalt. Pierre war mir eine Tauchermaske zu und ich schaute durch sie in den schmalen Eingang unter der Wasseroberflaeche. Er wuerde den Weg ueber die Felsen nehmen und auf der anderen Seite auf mich warten, dass ich aus dem meer auftauche. Die Oeffnung war vielleicht zwei Meter breit und vier, fuenf Mal so tief, Fische starrten mich an, ich sah tuerkisblaues Licht. Vielleicht haben Schwimmer besonders viel Angst vor dem Ertrinken? Eigentlich spielte es keine Rolle, wie weit es tatsaechlich war. Es war das Tauchen unter Felsen, das Wissen, nicht hoch zu koennen und die Tatsache, dass ich das Ende des Tunnels nicht sehen konnte. Ich wusste, dass ich es schaffen wuerde, also wollte ich es tun. Auch vom Atmen kann einem schwindelig werden... Also holte ich tief Luft und glitt hinab, schliesslich tauchen wir mit Stil! Druck kam auf meine Ohren und ich versuchte, mein rasendes Herz zu beruhigen. Sauerstoff verschwendet man in solch einer Situation nicht. Es war tief und ich musste aufpassen, dass ich mich an den scharfkantigen Felsen nicht verletzte. Irgendwann drehte ich mich auf den Ruecken und sah das Sonnenlicht und den weissen Schaum auf der Oberflaeche. Durch! Aufregend und grossartig, wenn sich die Anspannung loest und Gluecksgefuehlen Platz macht. Ich sah noch einmal hinab, aber unter mir war alles schwarz. Von hier aus wuerde ich den Eingang niemals finden.
miss_natascha - 27. Sep, 20:03
